Belichtungsmessung
Weder eine herkömmliche noch eine Digitalkamera verzichtet heutzutage auf einen integrierten Belichtungsmesser. Mit der Belichtungsmessung wird festgestellt, welche Lichtmenge auf den Film beziehungsweise Chip fallen darf, um das Motiv korrekt - oder wie gewünscht - wiederzugeben. Das Ergebnis der Belichtungsmessung wird in Form einer Blendenöffnungs- und Verschlusszeitkombination weitergegeben. Dabei ergeben verschiedene Kombinationen - wie Blende 8 mit 1/60 Sekunde, Blende 5,6 mit 1/125 Sekunde oder Blende 4 mit 1/250 Sekunde - die gleiche einfallende Lichtmenge, da die größere Blendenöffnung durch eine kürzere Belichtungszeit kompensiert wird.

Die Belichtungsmessung kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Die gebräuchlichsten sind:
  • Matrix- oder Mehrfeldmessung,
  • Mittenbetonte Integralmessung
  • und Spot- oder Selektivmessung
Bei der Matrixmessung wird das Bild in unterschiedliche Segmente aufgeteilt, die nicht mittels einer festen Gewichtung das Messergebnis beeinflussen, sondern aufgrund der individuellen Kontrastverhältnisse im Motiv berücksichtigt werden. Bei teureren Modellen vergleicht der Kameracomputer die in den einzelnen Messsegmenten ermittelte Lichtverteilung im Motiv und vergleicht diese mit intern gespeicherten Referenzsituationen. Ist eine vergleichbare Situation gefunden, so erfolgt eine dementsprechende Gewichtung der Messfelder.
Uns wird durch diese Methode ein perfektes Bild versprochen, da auch in Extremsituationen eine korrekte Belichtung erfolgen soll. Doch bei größeren Kontrastumfängen, wie z.B. bei Gegenlichtaufnahmen, scheitert logischerweise auch diese Methode, da der Sensor nicht so viele Helligkeitsstufen gleichzeitig verarbeiten kann, wie beispielsweise das menschliche Auge.

Bei der mittenbetonten Integralmessung wird ein kreisrunder Bereich in der Mitte stärker gewichtet, als der restliche Bildbereich. Die Gewichtungen sind vom Kameramodell abhängig und sind meist im Bereich von 60% zu 40% oder größer. Durch die höhere Gewichtung in der Mitte wird dieser Bereich in der Regel korrekt belichtet. Bei höheren Kontrastumfängen wird der mittlere Bereich dem äußeren Bereich etwas angepasst - erscheint also je nach Situation leicht über- oder unterbelichtet.

Die Spotmessung bzw. Selektivmessung funktioniert auf eine sehr einfache Weise. Die Messung wird nur in einem kleinen Bereich in der Mitte des Bildes (meist 2-10% des Bildes) vorgenommen. Dieser Bereich wird korrekt belichtet, während die restlichen Bildbereiche je nach Situation stark über- oder unterbelichtet sein können. Diese Methode wird also eingesetzt, wenn ein Objekt in einer Szene kompromisslos korrekt belichtet sein muss.

Bei allen Messmethoden gilt: In Abhängigkeit der angemessenen Bildflächen und deren Gewichtung, wird als Helligkeit immer ein 18%iges Grau eingestellt. Besonders helle oder dunkle Motive können dadurch nicht korrekt belichtet wirken. In diesem Fall kann man eine Belichtungskorrektur vornehmen.
Die Ausnahme von diesem Grundsatz ist die Matrix- oder Mehrfeldmessung, da hier neben dem Grauwert auch noch hinterlegte Referenzsituationen zur Berechnung hinzugezogen werden.

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