Die Bewegungsunschärfe
entsteht durch zu lange Verschlusszeiten bei bewegen Motiven. Wie lang die Verschlusszeit sein muss, um ein Objekt unscharf erscheinen zu lassen, hängt von der Geschwindigkeit des Objektes im Bildausschnitt ab. Sie kann durchaus als Stilmittel für dynamischer wirkende Aufnahmen verwendet werden, jedoch muss man darauf achten, dass immer statische scharfe Objekte mit im Bild sind, damit nicht der Eindruck eines verwackelten Bildes entsteht.
Anwendungsbeispiele für gewollte Bewegungsunschärfen sind unter anderem:
  • Darstellung von Bewegungsabläufen bei langsamen Objekten
  • Darstellung von Bewegungsabläufen bei schnell bewegten Objekten
  • "Mitzieheffekte" - also durch Kameraschwenks verwischte Hintergründe, wobei das bewegte Hauptobjekt selbst scharf bleibt
Eine besondere Art der Bewegungsunschärfen, sind durch Langzeitaufnahmen hervorgerufene Effekte. So ist es zum Beispiel möglich, die Erdrotation bei der Aufnahme eines Sternenhimmels sichtbar zu machen, Leuchtspuren durch auf nächtlichen Straßen fahrenden Autos zu erzeugen, bewegtes Wasser zu glätten oder schnell bewegte Objekte gänzlich aus dem Bild verschwinden zu lassen.
Wenn tagsüber zu viel Licht für eine lange Verschlusszeit vorhanden ist, bedient man sich einfach eines Graufilters. Der Graufilter ist in verschiedenen Dichten zu bekommen und verlängert die Verschlusszeit um einen durch die Dichte definierten Faktor.

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