| Die Blende ist eine Einrichtung im Objektiv einer Kamera, welche für die Intensität des einfallenden Lichts auf Film oder CCD/CMOS-Sensor verantwortlich ist. Ihre Funktionsweise gleicht der Pupille des menschlichen Auges. Ihr Aufbau besteht meist aus mehreren kreisförmig angeordneten Lamellen, welche durch gegenseitige Verschiebung den Duchmesser des einfallenden Lichtbündels verändern können. Ist viel Licht vorhanden, verschieben sich die Lamellen zueinander und verringern die Intensität des einfallenden Lichtes. Ist wenig Licht vorhanden, verschieben sich die Lamellen voneinander und vergrößern die Intensität des einfallenden Lichtes. ![]() Die Blende ist also dafür verantwortlich, dass die Menge des einfallenden Lichtes in einer bestimmten Zeit (Belichtungszeit oder Verschlusszeit) so bemessen wird, dass wir ein korrekt belichtetes Bild erhalten. Wenn die Blende in Bezug auf die Belichtungszeit zu klein ist, bekommen wir ein unterbelichtetes Bild - es erscheint uns als zu dunkel. Ist die Blende hingegen in Bezug auf die Belichtungszeit zu groß, erhalten wir ein überbelichtetes Bild - es erscheint uns als zu hell. Die Stellung der Blende wird an der Kamera mit einer Zahlenreihe angegeben, z.B. 1,0 – 1,4 – 2,0 – 2,8 – 4,0 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32. Der kleinste Wert steht für die größte Blende - also für die größte Öffnung. Der größte Wert steht für die kleinste Blende - also für die kleinste Öffnung. Nehmen wir an, unsere Kamera hätte nur eine Blende zur Verfügung. Nicht schlimm, denkt man, denn man hat ja noch die variablen Belichtungszeiten, die uns ein korrekt belichtetes Bild bescheren. Das ist insoweit richtig, aber ist es nicht besser, wenn man durch verschiedene Blenden auch verschiedene Belichtungszeiten wählen kann? Ein Beispiel: Unser Gerät hat nur die Blende 8 zur Verfügung. Bei den derzeitigen Lichtverhältnissen würde sich eine angenommene Belichtungszeit von 1/90s ergeben. Für Sportaufnahmen, schnell bewegte Objekte oder freihändigen Teleaufnahmen wäre diese Zeit zu lang. Man würde also durch Verwacklungs- oder Bewegungsunschärfen ein unscharfes Bild erhalten. Können wir jedoch die Blende weiter öffnen, also vergrößern, würde mehr Licht durchs Objektiv auf Film oder Sensor treffen und man würde eine wesentlich kürzerer Belichtungszeit benötigen - z.B. 1/500s bei größerer Blende. Durch diese kurze Zeit ist die Chance auf ein scharfes Foto groß, hingegen beim ersten Fall ausgeschlossen. Eine weitere Funktion der Blende ist die Beeinflussung der Schärfentiefe. Während eine große Blende (kleine Blendenzahl) eine geringe Schärfentiefe ermöglicht, wird man bei einer kleinen Blende (große Blendenzahl) eine große Schärfentiefe vorfinden. Häufige Anwendungsfälle für große oder kleine Schärfentiefe sind Landschaftsaufnahmen bzw. Portraits. Zusammenfassung: Die Blende regelt die Stärke des einfallenden Lichts. Faustregel: große Blende (kleine Blendenzahl) = viel einfallendes Licht = kurze Schärfentiefe = kurze Verschlusszeit (und umgekehrt) |